Volles Programm an den Weihnachtstagen in 1.300 Kirchen
Landesbischof predigt am Heiligen Abend in der 2. Christvesper der Frauenkirche - Übetragung bei Deutschlandfunk und Deutscher Welle

In den Kirchgemeinden der sächsischen Landeskirche werden zu Beginn der Weihnachtszeit in den über 2.000 Christvespern und Christmetten am 24. Dezember (Heiligabend) wieder 650.000 Menschen erwartet. Die Gemeinden laden zwischen dem 24. und 26. Dezember zu Weihnachtsgottesdiensten, Spät- und Frühmetten sowie zu zahlreichen Konzerten ein.

Weihnachtliche Vesper vor der Frauenkirche
In Dresden findet am 23. Dezember um 17:00 Uhr die traditionelle Weihnachtliche Vesper vor der Frauenkirche statt, zu der im Laufe der Jahre nahezu 325.000 Menschen zusammenkamen. Im letzten Jahr waren es alleine 26.000 Besucher. Ein Vorprogramm mit der Sächsischen Posaunenmission beginnt um 16:00 Uhr. Landesbischof Jochen Bohl, Ministerpräsident Stanislaw Tillich, Oberbürgermeisterin Helma Orosz, Superintendent Dr. Peter Meis, und die Frauenkirchen-Pfarrer Sebastian Feydt und Holger Treutmann werden an der Vesper mitwirken.
Mit der Christvesper des Dresdner Kreuzchores beginnt am Heiligen Abend (24. Dezember) die Weihnachtszeit in der Kreuzkirche. Die beiden Aufführungen in der erzgebirgischen Weihnachtstradition von Rudolf Mauersberger finden um 14:15 Uhr und um 16:30 Uhr statt. Sie werden alljährlich von Tausenden Dresdnern und Gästen der Stadt besucht. Landesbischof Jochen Bohl wird in der zweiten Christvesper der Frauenkirche um 16:00 Uhr predigen, die auch live im Hörfunk des DEUTSCHLANDFUNK und auf der DEUTSCHEN WELLE übertragen wird.

In der Leipziger Thomaskirche singt der Thomanerchor um 16:00 Uhr in der dortigen Christvesper und zuvor gibt er bereits ein Motetten-Konzert (13:30 Uhr). In der Thomaskirche folgen um 18:00 Uhr eine weitere Christvesper, eine Christnacht mit einem Weihnachtsspiel der Jungen Gemeinde (22:00 Uhr) und ein Komplet (23:59 Uhr) mit Männerstimmen des Thomanerchores.
Vom 25. Dezember bis 6. Januar erklingen auf Initiative von Thomaskantor Georg Christoph Biller in den Festtagsgottesdiensten die dafür vorgesehenen Kantaten des Bachschen Weihnachtsoratoriums in der Thomaskirche und Nikolaikirche, den historischen Orten ihrer Uraufführung, musiziert. Renommierte Ensembles und Solisten sind dafür engagiert. Mit der Kantatenreihe wird daran erinnert, dass Johann Sebastian Bach vor 275 Jahren erstmals in den Gottesdiensten zur Aufführung brachte.

In Dresden-Strehlen gospelt es am späten Abend
Neben den Gottesdiensten und Konzerten am Heiligen Abend werden auch an anderen Orten besondere Veranstaltungen für einsame und seelisch belastete Menschen eingeladen. So lädt die Diakonie-Stadtmission Dresden ab 16:30 Uhr in die Dreikönigskirche zu einem Abend unter dem Motto „Fast wie daheim“ ein. Die Gäste werden gemeinsam den Christbaum schmücken, ein festliches und für sie kostenloses Abendessen genießen und bei weihnachtlicher Musik gemütlich beisammen sein. Im evangelischen Gemeindehaus in Dresden-Strehlen (Elsa-Brändström-Str. 1) wird von 18:30 bis 21:00 Uhr eine Weihnachtsfeier mit Liedern und Musik für alle angeboten, die allein zu Hause wären oder den Heiligen Abend in einer größeren Gemeinschaft verbringen möchten. Die Stadtmission Zwickau feiert am Heiligen Abend Weihnachten ab 17:00 Uhr in den Räumen der Manufaktur der katholischen Gemeinde St. Johann Nepomuk in der Schloßstrasse. Traditionell gibt es auch wieder auf dem Chemnitzer Hauptbahnhof einen Weihnachtsgottesdienst der dortigen Bahnhofsmission.

Um den Besucherandrang in den Kirchen am 24. Dezember zu verteilen, finden häufig zwei bis drei Christvespern statt, wobei ab 14:00 Uhr die jüngeren Gottesdienstbesucher die Krippenspiele verfolgen und die Älteren die späteren Gottesdienst bevorzugen.
In der größten Dorfkirche Deutschlands in Cunewalde bei Bautzen werden sich nach einer alten Tradition dutzende von Kindern und Jugendlichen mit Lichterpyramiden zu einem Lichterzug formieren. Zur Cunewalder Christnacht mit Lichterzug (17:00 Uhr) werden auch wieder über 2.000 Besucher erwartet.
Bei jungen Erwachsenen sind nach der Bescherung in den Familien die späten Gottesdienste und Andachten (Christnacht) ab 22:00 Uhr zunehmend beliebt, um dem Sinngehalt der Heiligen Nacht ganz nah zu sein.
Ebenfalls zu später Stunde werden häufig von den Jungen Gemeinden recht unkonventionelle Weihnachtsgeschichten aufgeführt, so zum Beispiel in der Stephanuskirche Dresden-Zschachwitz und im Gemeindehaus (Haydnstraße) der Johanneskirchgemeinde Dresden-Johannstadt-Striesen. Beginn ist jeweils 22:00 Uhr.

Nachdenken über ein zeitloses Denken
Die Theatergruppe der Auferstehungskirchgemeinde Dresden-Plauen führt um 23:00 Uhr im Gemeindehaus das Stück die „Die letzte Hand“ von Andreas Mihan auf. Zur gleichen Zeit gibt es ein Weihnachtsspiel des Theaterkreises in der Apostelkirche Dresden-Trachau. In Leipzig-Marienbrunn führt um 22:00 Uhr die Junge Gemeinde das Christnachtspiel "The Time of Angels" von Henrik Mroska unter Leitung von Gunter Fischer auf.
In Dresden findet In der Christuskirche am 24. Dezember um 23:00 Uhr die GOSPEL NIGHT DRESDEN unter dem Slogan „you’re not alone“ statt, wo mittlerweile 150 Sängerinnen und Sänger sicherlich wieder in der übervollen Kirche für eine besondere Stimmung sorgen werden.

Frühmette im erzgebirgischen Crottendorf
Richtig Weihnachten beginnt traditionell in Sachsen, insbesondere im Erzgebirge, mit den Frühmetten ab 5:00 Uhr morgens am 1. Weihnachtsfeiertag des 25. Dezember. Im erzgebirgischen Crottendorf wird das Mettenspiel ganz groß in alter Tradition mit einem großen Ensemble vor aufgebauten Kulissen wie Stall, Brunnen und Krippe gestaltet. Die Mette wird in unveränderter Form seit über 70 Jahren aufgeführt. Auch im erzgebirgischen Scheibenberg wird zu frühmorgendlicher Stunde ein Krippenspiel aufgeführt. Weitere Frühmetten am 1. Christtag beginnen um 6:00 Uhr, so wie in der Dresdner Kreuzkirche mit dem Mettenspiel der Kruzianer in der Tradition der mittelalterlichen Mysterienspiele. Alle diese Frühmetten sind trotz aller Aktivitäten am Vortag und in der Nacht immer gut besucht.
Die Familiengottesdienste des 1. Weihnachtstages bündeln noch einmal das Erlebte, um den Sinn von Weihnachten in der Zuwendung Gottes zu den Menschen in der Geburt Jesu festzuhalten. So stehen der Lob, der Dank und die christliche Gemeinschaft im Vordergrund. Landesbischof Jochen Bohl predigt am 25. Dezember (10:00 Uhr) in der Dresdner Diakonissenhauskirche. Abendmahlsgottesdienste sind hier wie auch am 2. Christtag des 26. Dezember häufig Tradition.

St. Georgen in Glauchau zu Weihnachten
Allerdings treten am 2. Weihnachtsfeiertag, nachdem zuvor die Kurrendesänger und Bläserchöre ihren Einsatz hatten, die Kirchenchöre noch einmal in Aktion, wo besonders kirchenmusikalisch ausgestaltete Gottesdienste zu erleben sind.
Der 2. Feiertag ist dem ersten Märtyrer der Kirche, Stephanus, gewidmet, an dessen Schicksal die Schriftlesungen erinnern. Die liturgische Farbe wechselt an diesem Tag zwischenzeitlich vom weihnachtlichen Weiß auf Rot. Während die Kollekten in den Christvespern meist für „Brot für die Welt“ gesammelt werden, ist die landeskirchliche Kollekte dieses 2. Weihnachtsfeiertages für die Katastrophenhilfe und für Kirchen in Osteuropa bestimmt. Ein MDR-Rundfunkgottesdienst wird aus dem ostsächsischen Kittlitz ab 10:00 Uhr übertragen. In der Trinitiatiskirche wird Dr. Harald Rabe predigen.
In den Tagen zwischen den Jahren laden zahlreiche Kirchen zu Andachten, Theaterstücken, Krippenspielen und Konzerten ein. In Dresden gestaltet das Stadtjugendpfarramt am 26. Dezember, um 10:30 Uhr, einen Gottesdienst für Jung und Alt, Groß und Klein im Zirkuszelt des Zirkus Busch-Roland. (21.12.09)


