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Fachtag zu häuslicher Gewalt und deren Spätfolgen

Referate und Workshops am 11. März 2010 pentahotel in Leipzig

Häusliche Gewalt und ihre Spätfolgen sind nicht nur das Problem Einzelner, sondern auch Ausdruck einer Gewaltkultur, die in der Gesellschaft noch viel zu häufig schweigend geduldet wird. Auch in der kirchlichen Jugendarbeit werden die Mitarbeitenden mit diesem Problem konfrontiert, begegnen sie Jugendlichen mit Essstörungen oder selbstverletzendem Verhalten - Hilferufe, vor denen die Augen nicht verschlossen werden dürfen. Jugendliche, die zu uns kommen, durchbrechen den Kreislauf des Schweigens, gerade Kirche ist hier in besonderer Verantwortung.

Das Anliegen der Tagung ist es, über Spätfolgen häuslicher Gewalt bei Kindern und Jugendlichen (speziell Mädchen und jungen Frauen) zu informieren. Angesprochen sind Sozialarbeiter, Jugendmitarbeiter, Lehrer und Erzieher, Polizeibedienstete und weitere Interessierte. Der Fachtag zeigt Möglichkeiten auf, wie die Betroffenen wieder einen Platz im Leben, in der Gemeinde, Schule oder Ausbildung finden können. Hinzu kommen weitere Informationen zu den komplexen Themenbereichen der Ess- und Persönlichkeitsstörungen, die oft in Kombination mit häuslicher Gewalt auftreten.

Die Referate und Workshoparbeit bieten einen ersten Schritt, sich dem Thema zu nähern und sollen Impulse für die eigene Arbeit geben. Dazu werden die Workshops mit erfahrenen Referentinnen ganz praktische Anregungen vermitteln.
Gabriele Eßbach, Dipl. Sozialarbeiterin, Systemische Therapeutin / Paar- und Familientherapeutin, gründete 1990 mit anderen Leipzigerinnen den Verein „Frauen für Frauen“ e.V. und das 1. Autonome Frauenhaus, Leiterin der Koordinierungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt und Stalking und des Netzwerkes gegen häusliche Gewalt und Stalking Leipzig.

Dr. Monika Schröttle, seit 2002 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektleiterin am Interdisziplinären Zentrum für Frauen und Geschlechterforschung der Universität Bielefeld, Leitung einer repräsentativen Studie zu Gewalt gegen Frauen in Deutschland im Auftrag des BMFSFJ, weitere Studien zu Gewalt und gesundheitlichen Folgen, Migration und Schweregraden/ Risikofaktoren von Gewalt gegen Frauen in Paarbeziehungen, 2008 Gastprofessur für Gender und soziale Ungleichheiten an der TU Braunschweig, seit 2009 Vorbereitung einer Studie zu Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Behinderungen im Auftrag des BMFSFJ.

Dr. phil. Manuela Richter-Werling, Leiterin des Schulprojektes „Verrückt? Na und!“ zur seelischen Gesundheit von Schüler/innen: eigene Ressourcen entdecken, psychische Krisen verstehen, Ängste und Vorurteile gegenüber Menschen mit psychischen Gesundheitsproblemen abbauen.
Die große Zahl der Anmeldungen zeigt das immense Interesse an dieser Thematik, wenige Restplätze sind noch zu vergeben!

Informationen:
Heike Siebert, Ev.-Luth. Landesjugendpfarramt Sachsens,
Tel.: 0341-3553 14 77 und Susanne Käppler, Bundesarbeitsgemeinschaft Ev. Jugendsozialarbeit e.V. (BAG EJSA), Tel.: 0711-16 489-44

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