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Aktuelles

VELKD Generalsynode vom 11. – 15. Oktober 2008 in Zwickau

Bild: Plenum der Generalsynode im Konzert- und Ballhaus

13. Oktober 2008

Generalsynode der VELKD wählt Landesbischof Friedrich für weitere Amtszeit

EKD-Ratsvorsitzender gratuliert zur Wiederwahl

Zwickau - Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München) ist im Amt des Leitenden Bischofs der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) bestätigt worden. Von der 55 anwesenden Mitgliedern der Generalsynode der VELKD erhielt der 60-jährige Theologe 52 Stimmen. Johannes Friedrich ist in der Geschichte der 1948 gegründeten VELKD nach Hans Meiser der zweite Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, der dieses höchste Amt in der VELKD inne hat. Meiser war von 1949 bis 1955 Leitender Bischof. Friedrich hatte vor drei Jahren die Nachfolge von Hans Christian Knuth angetreten.

Johannes Friedrich, Jahrgang 1948, studierte in Erlangen und Tübingen Evangelische Theologie. Er war u. a. als Gemeindepfarrer und Studentenpfarrer in Nürnberg tätig, von 1985 bis 1991 Propst der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache zu Jerusalem, danach Stadtdekan in Nürnberg. 1999 wurde er zum Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern gewählt. Von 2000 bis 2005 war er auch Catholica-Beauftragter der VELKD. In Personalunion ist Friedrich, der auch dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angehört, zugleich Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB).

Nach seiner Wiederwahl zum Leitenden Bischof der VELKD dankte er für das Vertrauen der Generalsynode. Für die vor ihm liegende dreijährige Amtszeit liege ihm sehr daran zu zeigen, "dass das Luthertum im deutschen Protestantismus, eine wichtige Rolle für die ganze evangelische Kirche spielt und dass das, was in der VELKD erarbeitet wird, wichtige Impulse für alle Landeskirchen bietet". Die VELKD wolle zeigen, dass es die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) stärke, wenn die VELKD in geeigneter Weise die Aspekte in die EKD einbringe, für die die lutherischen Kirchen in besonderer Weise stünden. "Ich freue mich, wenn wir gemeinsam in den nächsten drei Jahren zeigen, dass die VELKD ein sinnvoller und notwendiger Zusammenschluss lutherischer Gliedkirchen ist, der seinen Teil dazu beiträgt, dass das Evangelium von der Liebe Gottes zu uns Menschen in unserem Land gehört wird und Frucht bringt."

Der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof Dr. Wolfgang Huber (Berlin), gratulierte Johannes Friedrich zur Wiederwahl. Er halte es für einen "besonderen Glücksfall", dass dieser als Leitender Bischof die Stimme der VELKD in der Arbeit des Rates der EKD in besonderer Weise hörbar mache und die Verantwortung für eine gute Ausgestaltung des Verbindungsmodells zur Geltung bringe, schreibt Bischof Huber in seiner Glückwunschadresse.(VELKD PM 13.10.08)

13. Oktober 2008

Kirchen haben viele Chancen, einander näher zu kommen

Bischof Joachim Reinelt sieht Weiterentwicklung der Ökumene

Zwickau - "Kirchenprofilierung kann in Liebe geschehen, aber die Gefahr, sich gegeneinander zu profilieren, dürfen wir nicht übersehen." Darauf hat der Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Joachim Reinelt (Dresden), hingewiesen. Vor der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) sagte er am 13. Oktober in Zwickau, "zu schnell könnten wir bereits wieder gewonnene Einheit verunsichern". Dies wäre für den östlichen Teil Deutschlands, der eher kirchenfern existiere, ein "dramatischer Verlust". Die Öffnung vieler für die Botschaft des Evangeliums verpflichte die Kirchen, "voller Liebe das Gemeinsame unseres Glaubens in die Mitte zu stellen", so Bischof Reinelt, der den Stand der Ökumene würdigte: "Wir können doch alle bezeugen, dass die Liebe im Volke Gottes zwischen den Konfessionen gewachsen ist." Für den Bereich seines Bistums machte er geltend, dass sich die Ökumene vor dem Mauerfall nicht nur nach 1990 erhalten, sondern vielfältig weiterentwickelt habe. "Noch nie in der Geschichte der Ökumene dieses Landes gab es so viele gemeinsame Gottesdienste und Versammlungen mit Landesbischof und Bischof wie jetzt." In jeder Kirchengemeinde lebe die Ökumene "in vielfältiger Form".

Die Intensivierung des Gesprächs auf wissenschaftlich-theologischer Ebene der Dritten Bilateralen Arbeitsgruppe zwischen VELKD und Deutscher Bischofskonferenz begrüße er sehr. "Immer wieder begegnen uns nach wie vor tragische Missverständnisse", so Reinelt. Die unterschiedlichen Verständnisse in den Fragen von Kirche und Amt, von Sakramenten und päpstlichem Dienst müssten Gesprächsgegenstand bleiben. "Wir haben viele Chancen, einander näher zu kommen." (VELKD PM 13.10.08)

14. Oktober 2008

Kirche muss Menschen in ihrem Selbstwert stärken

Generalsynode der VELKD regt Bilanz des ökumenisch Erreichten an

Zwickau - Es ist die Aufgabe der Kirche, Menschen in ihrem Selbstwert zu stärken. Darauf hat die Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) auf ihrer Tagung in Zwickau aufmerksam gemacht. In einer einstimmig gefassten Entschließung heißt es, Wert und Würde eines Menschen seien "göttliche Vor-Gabe, gelten unabhängig von Leistungen und Erfolgen und sind durch den Menschen nicht veränderbar", denn Gott statte jeden Menschen mit einer "unbedingten Würde und einem unhinterfragbaren Wert" aus. Diese Einsicht verdanke sich in besonderer Weise Martin Luther. Die Generalsynode der VELKD, die vom 11. bis 14. Oktober tagte, stand unter dem Thema "Lutherisch sein im 21. Jahrhundert". Sie forderte zu einer verstärkten Bildungsarbeit auf, denn sie "unterstützt Menschen darin, die Gewissheit von Wert und Würde sich auch persönlich anzueignen".

Ferner bekräftigte die Generalsynode in ihrer Entschließung, missionarische Kirche zu sein. "Mission geschieht vor Ort praktisch, indem Christinnen und Christen sich im Respekt vor Würde und Wert ihrer Mitmenschen für diese engagieren, insbesondere auch für Menschen am Rande." Weiter wurde in der Entschließung festgehalten, dass für die lutherischen Kirchen der Gottesdienst seine zentrale Bedeutung behalte. Zum Schatz lutherischer Tradition gehöre die "herausragende Bedeutung der Kirchenmusik für Verkündigung und Gottesdienst".

In einer ebenfalls einstimmig angenommenen Entschließung zum Bericht ihres Catholica-Beauftragten, Landesbischof  Prof. Dr. Friedrich Weber (Wolfenbüttel), unterstrich die Generalsynode, dass das, was die Kirchen verbindet, stärker sei, als das, was sie trenne. Sie regt an, die nächsten zehn Jahre zu nutzen, "das bereits Erreichte in den ökumenischen Beziehungen zu festigen und zu feiern und weitere Anstrengungen zu unternehmen, noch bestehende Differenzen abzubauen". Dies gelte sowohl im Blick auf evangelische Partner wie etwa Mennoniten und Methodisten als auch auf die römisch-katholische Kirche, "nicht alte Vorurteile zu bekräftigen, sondern die anderen Kirchen, ihre Geschichte, Glaubensüberzeugungen und Frömmigkeitsprägungen genau kennenzulernen". Die Generalsynode hofft, dass die römisch-katholische Kirche "angesichts derzeit widersprüchlicher Entwicklungen in ihrem Liturgieverständnis an den ökumenisch bedeutsamen Errungenschaften des Zweiten Vatikanischen Konzils festhält, die sich als verlässlicher Faktor in den ökumenischen Beziehungen bewährt haben". Sie sei in Sorge, weil in der liturgischen Praxis und in den liturgischen Texten Veränderungen im Amtsverständnis erkennbar würden, die die Generalsynode im ökumenischen Gespräch überwunden glaubte.

Schließlich fasste die Generalsynode den Beschluss über den Haushalts- und Stellenplan für die nächsten beiden Jahre. Er sieht in Einnahmen und Ausgaben 2009 rund 4,34 Millionen Euro vor, für 2010 rund 4,31 Millionen Euro.(VELKD PM 14.10.08)

 

 

Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) ist ein Zusammenschluss von acht Landeskirchen. Ihr gehören an: Bayern, Braunschweig, Hannover, Mecklenburg, Nordelbien, Sachsen, Schaumburg-Lippe und Thüringen. Die VELKD repräsentiert rund 10 Millionen Gemeindeglieder. Leitender Bischof ist Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), Landesbischof Jochen Bohl (Dresden) sein Stellvertreter. Das Amt der VELKD in Hannover wird von Dr. Friedrich Hauschildt geleitet.

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