19. Juli 2010
Von Sachsen zur LWB-Vollversammlung nach Stuttgart
Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes tagt vom 20. bis 27. Juli

Gerade erst noch in Dresden (vor der Frauenkirche), nun in Stuttgart
DRESDEN / STUTTGART – Nicht nur die Jugenddelegierten und die Mitreisenden Stewards, die in den vergangenen Tagen in Dresden zu ihrer vorbereitenden Jugendkonferenz zusammen kamen, sind aus Sachsen in Stuttgart zur Vollversammlung Lutherischen Weltbundes (LWB) eingetroffen. Fünf Delegierte aus Sachsen, darunter Landesbischof Jochen Bohl, werden die sächsische Landeskirche vertreten, die zu den 140 Mitgliedskirchen des LWB gehört. Sie gehören zu den über 400 Delegierten aus 140 Mitgliedskirchen, die sich vom 20. bis 27. Juli in besonderen Arbeitsgruppen, Podien oder Gesprächsrunden unter dem Thema „Unser tägliches Brot gib uns heute“ einbringen werden.
Die 120 jungen Erwachsenen aus allen fünf Erdteilen hatten sich bereits auf ihrer LWB-Vorkonferenz in Dresden am 16. Juli positioniert. Sie verabschiedeten eine vierseitige Botschaft und einigten sich auf die drei Schwerpunktthemen Nachhaltigkeit, Geschlechtergerechtigkeit und die Rolle der Jugend im LWB. Diese Botschaft und die jeweilige Begründung dazu sollen in die thematische Arbeit der Vollversammlung einfließen.

Stuttgart Stiftskirche (Foto:www.flickr.com; dheuer)
In einer globalisierten Welt haben die Kirchen die globale Aufgabe, Verantwortung zu übernehmen. Darauf hat Landesbischof Dr. Frank O. July einen Tag vor Beginn der Elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Stuttgart hingewiesen. Vor Journalisten sagte July: „Frieden und gerechte Verteilung sind ein Thema, das alle Konfessionen verbindet“. Die Evangelische Landeskirche in Württemberg ist Gastgeberin der Vollversammlung.
Der Präsident des Weltbundes, Bischof Mark S. Hanson (USA), hob hervor, dass die Delegierten aus den Mitgliedskirchen „nicht abstrakt“ über die Brot-Bitte aus dem Vaterunser sprechen werden. Vielmehr brächten sie ihre Erfahrungen mit. „Viele Menschen leiden an Hunger oder sind als HIV-Infizierte marginalisiert.“ Ihnen müsse die besondere Aufmerksamkeit der Christinnen und Christen gelten. Nach den Worten von Bischöfin Dr. Victoria Cortéz Rodríguez (Nicaragua), Vizepräsidentin des LWB für die Region Lateinamerika und die Karibik, gehe es nicht darum, Almosen für die Bedürftigen zu erbitten: „Wenn wir alle zu einer Kirche gehören, müssen auch alle miteinander teilen.“ Es dürfe keine Lutheraner erster und zweiter Klasse geben.
Der Generalsekretär des LWB, Pfr. Dr. Ishmael Noko, erinnerte an die Zweite Vollversammlung des Weltbundes, die 1952 in Hannover tagte. Der LWB sei damals einer der großen Akteure gewesen, die internationale Hilfsprogramme verwalteten und auch in Deutschland halfen. Seither hätten sich das Land selbst und Europa stark verändert. Dies gelte auch für die ökumenische Landschaft. Im Blick auf den LWB wies er darauf hin, dass 1952 afrikanische Kirchen lediglich als Besucher teilgenommen hätten und heute das größte Mitgliederwachstum verzeichneten. Auch seien inzwischen junge Menschen und Frauen ganz selbstverständlich an der Arbeit beteiligt.
Oberkirchenrat Norbert Denecke, Geschäftsführer des Deutschen Nationalkomitees des LWB, informierte im Rahmen der Pressekonferenz über das Besuchsprogramm der Delegierten, das vom DNK in Zusammenarbeit mit den dreizehn deutschen Mitgliedskirchen des LWB vorbereitet worden sei. Die Vertreterinnen und Vertreter aus allen Kontinenten hätten in den Landeskirchen die Möglichkeit, die Arbeit in den Dörfern und Städten kennenzulernen, aber auch Station in Wittenberg zu machen. Dort seien im Luthergarten (www.luthergarten.de) Baumpflanzaktionen geplant. Bis 2017 entsteht dort ein interaktives Denkmal – ein Park mit 500 Bäumen, der an den 500. Jahrestag der Reformation Martin Luthers erinnert.(DNK/LWB)


