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1. Februar 2010

Landesbischof predigte zum Abschluss des Aktionsjahres für Demokratie

Gewaltmonopol des Staates ist notwendig und darf nicht in Frage gestellt werden

CHEMNITZ – In einem Gottesdienst im Bonhoeffer-Kirchgemeinde-Zentrum in Chemnitz-Markersdorf würdigte Landesbischof Jochen Bohl am 1. Februar vor Polizisten und Polizeiseelsorgern deren Dienst. Die Aufgabe der Polizei sei „im Verständnis unserer Kirche notwendig und unentbehrlich“, sagte er in seiner Predigt aus Anlass des Abschlusses des Aktionsjahres der Landeskirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus. Dem Gottesdienst ging ein Fachtag voraus, wo es in Vorträgen, Arbeitsgruppen und Gesprächen um Zivilcourage gegen rechtsmotivierte und rassistische Gewalt ging.

Für Bohl sei das Gewaltmonopol des Staates eine Errungenschaft, „wenn denn die Maßstäbe seiner Ausübung im demokratischen Rechtsstaat gesetzt und verantwortet werden“. Die Notwendigkeit machte er an den vielen Formen der Gewalt fest. Zudem liege in jedem Menschen Aggressivität und es täten sich „in einem selbst“ erschreckende Abgründe auf, „wenn die Umstände danach sind“. Das sehe auch die Bibel, „dass wir Menschen in dieser Welt von Bösem umgeben sind – und dass wir ein Teil des Problems sind, denn Böses kommt durch Menschen in die Welt“, so der Landesbischof.

Die Bekämpfung der Gewalt sei daher eine ständige Aufgabe und nach seiner Ansicht unterschieden sich die modernen Zeiten nicht so sehr vom angeblich finsteren Mittelalter.

Angesichts des 2. Weltkriegs als einer der schlimmsten Gewaltexzesse in der Menschheitsgeschichte sei es „beschämend“, „dass so viele und nicht nur dumme, unwissende Junge, sich 65 Jahre später einer wahrhaftigen Erinnerung verweigern und, ganz im Gegenteil, die Untaten dieser Vergangenheit verherrlichen, die Tatsachen verfälschen und sich aufs neue den Zielen der Naziverbrecher verschreiben“, so Bohl.

Gleich zu Beginn der Predigt betonte er die Notwendigkeit, den Opfern dieser Gewalt zur Seite zu stehen. Daher sei es für ihn erfreulich, dass es gesellschaftliche Gruppen in der Zivilgesellschaft gebe, die sich den neuen Nazis couragiert entgegenstellen würden, und eine Polizei, die dem Gesetz diene und mit ihren Möglichkeiten einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag im Kampf gegen den Rechtsextremismus leiste.
Der zu Ende gegangene Fachtag stand unter dem Titel „Nächstenliebe – Polizei – Gesellschaft. Wie viel Zivilcourage braucht die Demokratie?“


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