4. Dezember 2009 - ANNABERG-BUCHHOLZ
Neue Figuren für das Meisterwerk der Holzkunst „Bergmännische Krippe“
Bergmannsadvent in Annaberg-Buchholz am 6. Dezember
ANNABERG-B - Es ist ein Meisterwerk erzgebirgischer Handwerkskunst: Seit dem Jahr 2000 entsteht in Annaberg-Buchholz die „Bergmännische Krippe“. Es ist ein Kunstprojekt renommierter Holzbildhauer des Erzgebirges. Unter der Regie der Stadt Annaberg-Buchholz, mit Hilfe zahlreicher Sponsoren und mit Unterstützung der Ev.-luth. Kirchgemeinde Annaberg-Buchholz wird es seit neun Jahren in die Tat umgesetzt. Die Bergmännische Krippe besteht aus wunderbar gestalteten, etwa 1,20 m großen Holzfiguren. Das biblische Weihnachtsgeschehen wird durch die Ikonografie und Gestaltung der Figuren in eine Bergbaulandschaft des 19. Jahrhunderts verlegt.

Die "Bergmännische Krippe" in der Annaberger Bergkirche St. Marien
In beispielhafter Weise wird mit dem riesigen Holzkunstwerk die enge Verbindung von Bergbau-, Glaubens- und Stadtgeschichte erlebbar gemacht. Darüber hinaus weist die handwerkliche Gestaltung der Figuren auf die Schnitz- und Holzbildhauertraditionen hin, die es im Erzgebirge seit Jahrhunderten gibt.
Gäste und Einwohner der Stadt werden nach der endgültigen Fertigstellung die Gelegenheit haben, in der einzigen bergmännischen Sonderkirche Sachsens, der Bergkirche „St. Marien“ am Annaberger Markt über 30 geschnitzte Großfiguren in Augenschein zu nehmen. Sie stellen eine „Annaberger Weihnachtsgeschichte“ dar.
In diesem Jahr werden zum Bergmannsadvent am 6. Dezember um 16:00 Uhr drei neue Figuren, die Klöpplerin, die Bäckersfrau und die Marktfrau feierlich ihrer Bestimmung übergeben.
Die Marktfrau, die im bereits Vorjahr als rohe Holzfigur zu besichtigen war, kann nun in ihrer ganzen farblichen und gestalterischen Schönheit bestaunt werden. Robby Schubert, Friedhelm Schelter und Ronny Tschierske haben die Meisterwerke geschaffen. Für die Farbgebung war der Kunstmaler Günther Kreher verantwortlich.
Damit sind 27 von über 30 geplanten Figuren fertig gestellt. Mit einem Bergkonzert des Bergmusikkorps „Frisch Glück“ Frohnau / Annaberg-Buchholz e.V. um 14:30 Uhr auf dem Annaberger Weihnachtsmarkt sowie einer Bergandacht ab 16:00 Uhr in der Bergkirche St. Marien gibt es dafür den stimmungsvollen Rahmen.
Die vielfältigen Bezüge, die es in den erzgebirgischen Bergstädten zum christlichen Glauben gab und gibt, werden mit der Bergmännischen Krippe symbolhaft aufgezeigt. Zentrales Thema ist die Geburt des Jesuskindes in der Krippe. Diese Nachricht breitet sich wie ein Lauffeuer in der Stadt aus. Joseph stellt einen Bergmann dar, Maria eine stillende Mutter. Der Bildhauer will damit einerseits das zutiefst menschliche Geschehen in der Krippe, andererseits die einzigartige Inkarnation des Gottessohnes deutlich machen.
Die drei Weisen sind in Form von drei Obersteigern aus den Bergrevieren Freiberg, Schneeberg und Annaberg zu sehen. Eine Reverenz an die harte Arbeit der Bergleute gibt es mit zwei Berginvaliden.
Eine Bäckerfamilie, die mit Gaben zur Krippe geht und eine Gruppe, die aus Bauer, Fleischer und Schuster besteht, symbolisiert die Aufnahme der Weihnachtsbotschaft durch die Vertreter des Handwerkes und der Stände.
Durch einen Nachtwächter – eine wichtige Person im Mittelalter – erfahren Ratsherr und Marktfrau etwas vom Geschehen in der Krippe. Gelehrter und Pfarrer symbolisieren die Vertreter der Geisteswissenschaften und der Geistlichkeit. Natürlich fehlen auch solche erzgebirgstypischen Berufe wie Klöpplerin und Waldmann nicht.
Wirt, Hausierer, Schutzmann und Bettlerin reflektieren einen Teil des einstigen städtischen Lebens. Ein sehr schönes bildliches Symbol sind zwei Kinder, die ihr liebstes Spielzeug zum Christuskind bringen. Allen Figuren ist gemeinsam, dass sie die frohe Botschaft von Weihnachten erfahren oder selbst weitergeben.
Die Bergmännische Krippe dazu ein, in der Hektik der Vorweihnachtszeit ein Stück Ruhe und Besinnung zu finden. Täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr hat dazu die Bergkirche St. Marien am Annaberger Markt ihre Pforten geöffnet.
Hintergrund:

Bergkirche St. Marien
Bergkirche St. Marien – einzige bergmännische Sonderkirche Sachsens
Die Bergkirche St. Marien am Annaberger Markt ist die einzige bergmännische Sonderkirche Sachsens. Ab 1502 wurde sie im Auftrag der örtlichen Knappschaft und der Bergleute des Annaberger Bergreviers erbaut. Der Landesherr, Herzog Georg der Bärtige, legte selbst den Grundstein für das Gotteshaus.
Ab 1511 diente sie den Bergleuten zur Andacht, zu Gottesdiensten und zum Gebet. Bis 1539 bezahlte die Knappschaft vier Kaplane, bis 1863 insgesamt 29 Bergprediger. Danach ging die Bergkirche an die Ev.-luth. Kirchgemeinde St. Annen über.
In den Jahren 2004 und 2005 wurde das Gotteshaus von Grund auf saniert und unter Beachtung des Denkmalschutzes nach modernen Gesichtspunkten umgebaut. Dabei ist ein multifunktionelles Veranstaltungszentrum entstanden, das in vielfältiger Weise nutzbar ist.
Mit dem Umbau ist gleichzeitig ein attraktives Domizil für die „Bergmännische Krippe“ geschaffen worden.


