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20. November 2009

Studie vorgestellt: „Wie finden Erwachsene zum Glauben?“

Greifswalder Universitätsstudie in Zusammenarbeit mit fünf Landeskirchen

Vorstellung der Glaubensstudie im Haus der Kirche in Dresden

''Wie finden Erwachsene zum Glauben?'', so lautet eine Studie, deren Ergebnisse am 20. November in der Dresdner Dreikönigskirche vorgestellt wurden. Über 100 Teilnehmer haben an diesem Tag auch an Plenumsdiskussionen und an Gruppengesprächen teilgenommen. An der Studie nahmen mehr als 500 Männer und Frauen in vier deutschen Regionen, darunter auch aus Sachsen, teil. Noch nie wurden in einer deutschen Studie so viele Menschen, die erst als Erwachsene zum christlichen Glauben fanden, nach ihren Glaubensveränderungen befragt.

„Über den Glauben zu reden hat mittlerweile was intimes“, sagte Oberlandeskirchenrat Dietrich Bauer in seiner Begrüßung. Immerhin ist der Rücklauf der Fragebögen von Menschen, die eine Veränderung (Konversion = Bekehrung) durchgemacht haben, mit über 70 Prozent ein Erfolg. Wie kann Kirche auf diese Glaubensbiographien reagieren?, schloss sich als Frage an die Ergebnisse der Studie an.

Vorstellung der Glaubensstudie im Haus der Kirche in Dresden
Dipl.-Psych. Anna-Konstanze Schröder und PD Dr. Johannes Zimmermann (v.l.) präsentieren das Ergebnis der Studie

Die Ergebnisse der Studie wurden von PD Dr. Johannes Zimmermann und Dipl.-Psych. Anna-Konstanze Schröder vorgestellt: So würde sich die Hinwendung zum Glauben sich größtenteils bei Menschen Mitte Vierzig ereignen. Sie geschieht nicht einheitlich. Kirchennahe erleben eher eine Vergewisserung im Glauben, andere entdecken den Glauben erneut, aber auch Menschen ohne kirchliche Sozialisation finden plötzlich Zugänge.

Dieses Ergebnis überrascht, denn es zeigt: Konversion ist auch dann möglich, wenn die religiöse Sozialisation ausfiel, abbrach oder scheiterte. Die Gründe für eine Glaubenshinwendung sind uneinheitlich. Nicht immer sind Übergangssituationen oder Lebenskrisen ausschlaggebend. Persönliche Beziehungen spielen in allen Phasen des Konversionsprozesses eine wichtige, wenn auch je nach Phase und Typ wechselnde Rolle. Überwiegend geht es um Kontakte zu Geistlichen oder zu guten Bekannten.

Für die Hinwendung von Erwachsenen zum Glauben ist eine breite Palette von kirchlichen Angeboten wie zum Beispiel Glaubenskurse hilfreich. Das „Festmachen“ des Glaubens bei der Konversion ist häufig mit rituellen kirchlichen Handlungsformen wie Segnungen, Taufen, besonderen Gottesdienstfeiern und einer starken Gebetserfahrung verbunden.

Schwerpunkte der Untersuchungen waren biografische Situationen, die Frage nach ausschlaggebenden Kontakten und der Zusammenhang mit kirchlichen Angeboten.
Die Studie wurde vom Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung (IEEG) der Theologischen Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald in Zusammenarbeit mit fünf Landeskirchen durchgeführt. Diese sind die Evangelischen Kirche im Rheinland, die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens, die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs, die Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und die Evangelische Landeskirche in Württemberg.

Die auf zwei Jahre angelegte Studie des IEEG wurde von PD Dr. Johannes Zimmermann, Dipl.-Psych. Anna-Konstanze Schröder, Pfarrer Matthias Clausen, Dr. Heinz-Peter Hempelmann (Projekt Wachsende Kirche, Stuttgart) und Prof. Dr. Michael Herbst erarbeitet.

Weitere Informationen bei  www.ieeg-greifswald.de

Vorstellung der Glaubensstudie im Haus der Kirche in Dresden

Beitrag beim Evangeliums Rundfunk

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