10. Oktober 2009 - CRIMMITSCHAU
Sächsische Traditionsband „senfkorn“ feiert 40-jähriges Bestehen
Band-Arbeit war am Anfang in der Kirchenmusik nicht selbstverständlich

CRIMMITSCHAU – Die wahrscheinlich älteste noch aktive Kirchenband Sachsens „senfkorn“ wird am 11. Oktober in der Crimmitschauer St. Johanniskirche in einem so genannten Oase-Gottesdienst spielen und ihr 40-jähriges Bestehen feiern. Zum Gottesdienst, der um 10:00 Uhr beginnt, haben viele ehemalige Band-Mitglieder dieser Gruppe ihr Kommen zugesagt. Der ehemalige Jugendwart im früheren Kirchenbezirk Werdau und spätere CVJM-Landessekretär Rainer Dick wird predigen.
Die in der DDR-Zeit entstandene Band entwickelte sich aus einem monatlichen Treffen und gemeinsamen Singen der Jungen Gemeinden von Crimmitschau und Umgebung, wo die neuen Lieder häufig mit einer kleinen Instrumentalgruppe begleitet wurden. Auf einer Rüstzeit 1969 fanden sich neu zum Glauben gekommene Jugendliche dann in einer Band zusammen. Trotz technischer Herausforderungen gelang eine kontinuierliche Arbeit, die Anfangs sogar vom Kantor der St. Johanniskirche unterstützt wurde.
Das damalige Engagement von Kantor Konrad Heinig für die neuen Rhythmen und Formationen war in der Kirchenmusik nicht selbstverständlich. Unterstützung fand die aufkeimende Band-Arbeit aber auch durch den damaligen Landesjugendwart Werner Morgenstern und den Landesjugendpfarrer und späteren Landesbischof Volker Kreß. Sie setzten sich innerhalb der Landeskirche für die neu entstehenden Bands ein. In den 70er Jahren gab es schließlich über 100 sächsische Kirchgemeinden mit einer Band.
„senfkorn“ konnte in dieser Zeit die Bandarbeit kontinuierlich ausbauen und war in den 80er und 90er Jahren viel unterwegs. So spielte die Band vor Tausenden Menschen bei größeren Veranstaltungen, bei Evangelisationen, Treffen des sächsischen CVJM, aber auch in Dorfkirchen vor 20 oder 30 Leuten. Gegenwärtig sehen die Musiker ihre Hauptaufgabe in der Mitwirkung an den örtlichen Oase-Gottesdiensten und empfinden die lange Band-Geschichte von „senfkorn“ als ein Geschenk Gottes und als Zeichen seiner Treue.


