26. September 2009
Umwelt-Praxistag mit neuen Impulsen
Es gab praktische Hinweise für Einsparungsmöglichkeiten bei Gebäuden

Helfried Kaulfuß von der Energieagentur informierte über Einsparungsmöglichkeiten
DRESDEN - „Wir sind Gottes Partner, diese Erde zu bebauen und zu bewahren“, sagte Oberkirchenrat Frank del Chin zur Begrüßung der Teilnehmer am ersten Praxistag zum Umwelt- und Energiemanagement in den Kirchgemeinden. Er erinnerte an den konziliaren Prozess der Kirchen im Rahmen der Ökumenischen Versammlung vor 20 Jahren, wo aus Impulsen der Kirchen „in den achtziger Jahren Dämme gebrochen wurden“. Nach seiner Ansicht reichten die bisherigen Anstrengungen seitdem „bei weitem nicht aus und noch ist es nicht bei allen angekommen“. Für Del Chin sei Umwelt- und Klimaschutz nicht nur Leitungsaufgabe und nicht nur Anliegen einiger Aktivisten, sondern als Gemeinschaftsaufgabe zu verstehen.
Erstmals hatte in der sächsischen Landeskirche ein breit angelegter Praxistag mit Vorträgen und Workshops rund um das Thema Energieeinsparung in Kirchgemeinden stattgefunden. Am 26. September waren zusammen mit dem Bistum Dresden-Meißen und der Sächsischen Energieagentur (SAENA) Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen über Möglichkeiten informiert worden, wie Bemühungen zum Klimaschutz im jeweils eigenen Bereich umgesetzt werden können. Der Praxistag wurde im Dresdner Kongresszentrum der Sächsischen Aufbaubank durchgeführt.
Insbesondere in Workshops wurden die Teilnehmer über das Energiemanagement eingeführt. Siegrud Höhne von der Evangelischen Akademie Wittenberg informierte über den Weg kirchlicher Einrichtungen zum Erwerb des Umweltzertifikats „Grüner Hahn“. Dieses Umweltmanagementsystem folgt der gleichen Systematik wie das in öffentlichen Einrichtungen und in wirtschaftlichen Unternehmen nach den Vorgaben internationaler Normen. Für einen entsprechenden Fortbildungsbildungskurs in der Wittenberger Akademie wurde aufmerksam gemacht und eingeladen.
Helfried Kaulfuß von der Energieagentur informierte parallel allgemein über Einsparungsmöglichkeiten bei Gebäuden und gab praktische Hinweise.
Der landeskirchliche Umweltbeauftragte Joachim Krause als Mitorganisator der Veranstaltung sprach zuvor in seinem Statement die christliche Schöpfungsverantwortung an und verwies auf die Zerbrechlichkeit des Blauen Planeten sowie knapper werdender Rohstoffe und den Klimawandel.
Auch Krause erinnerte an Anliegen der Ökumenischen Versammlung, die auch Eingang in die Verfassung des Freistaates Sachsen gefunden hätten.
Es sei nicht zu spät für eine Antwort auf den Klimawandel. Der Umweltbeauftragte plädierte für konkretes Handeln und für „Mut zur Nachhaltigkeit“ und er sehe den Tag als neuen Anlauf dafür.
Die SAENA als Unternehmen des Freistaates Sachsen ist das sächsische Kompetenz-, Beratungs- und Informationszentrum rund um das Thema Energie. Ziel ihrer Arbeit ist die Schonung von Ressourcen zur Sicherung der Lebensgrundlage zukünftiger Generationen.
Veranstaltungstipp:
24. Oktober 2009 im Dresdner Haus der Kirche / Dreikönigskirche zu „Zukunftsfähige Kirche – Klimawandel in der Gemeinde“. Vorstellen von Projekten und Methoden, Problemen des Klimawandels erkennbar zu machen und Handlungsanregungen zu geben.
Anmeldung bis zum 16. Oktober über die Evangelische Erwachsenenbildung Sachsen


