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22. Juli 2009

70. Geburtstag von Landesbischof i.R. Volker Kreß

Kreß begleitete maßgebliche Etappen des Wiederaufbaus der Frauenkirche

Bild: Porträt von Volker Kreß im Sessel
Volker Kreß

DRESDEN - Landesbischof i.R. Volker Kreß begeht am 25. Juli in Dresden seinen 70. Geburtstag. Vor seiner Verabschiedung in den Ruhestand im Juni 2004 war er zehn Jahre Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und seit 1997 stellvertretender Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). In seine Amtszeit fiel als Vorsitzender der Kirchenleitung u.a. die Aufgabe zu, in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels nach der Friedlichen Revolution strukturelle Anpassungen in der Kirche mitzugestalten und gleichzeitig zwischen unterschiedlichen Positionen zu vermitteln.

Sein Amtsvorgänger Dr. Dr. h.c. Johannes Hempel würdigte seine „menschliche Wärme und Unaufdringlichkeit“. So baute er mit „Freuden Brücken über Gräben hinweg“. Kreß selbst bezeichnete seine Ideale in einem Zeitungsinterview als „einfach, ehrlich und existentiell“. Er begleitete in seinem Bischofsamt als Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Frauenkirche engagiert die maßgeblichen Etappen des Wiederaufbaus der Dresdner Frauenkirche.

Der gebürtige Dresdner absolvierte erst eine Lehre zum Industriekaufmann im elterlichen Betrieb in Dresden, bevor Kreß 1962 das Theologiestudium in Leipzig aufnahm. Nach seiner Ordination 1969 wurde ihm die zweite Pfarrstelle im erzgebirgischen Stollberg übertragen, wo er zudem wenig später mit der Jugendarbeit im dortigen Kirchenbezirk betraut wurde. 1973 erfolgte die Berufung durch die Kirchenleitung zum Landesjugendpfarrer. Von 1979 bis 1989 war Kreß Superintendent im Kirchenbezirk Bautzen und gleichzeitig ab 1984 Mitglied der Landessynode und seit 1985 synodales Mitglied der Kirchenleitung.

Seit seiner Berufung zum Oberkirchenrat (später Oberlandeskirchenrat) im Jahre 1989, fielen in seine Zuständigkeit als Dezernent im Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamt Sachsens der Chemnitzer Bereich, die Kinder- und Jugendarbeit sowie politische Grundsatzfragen. Zeitweilig in der Synode des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR, war Kreß seit dem Zusammenschluss der östlichen evangelischen Kirchen mit der EKD bis zu seiner Berufung in das Bischofsamt Mitglied der Synode der EKD.
Im Dezember 1993 wählte ihn die Landessynode zum 6. sächsischen Landesbischof. Das Amt trat er im April 1994 an. Als sein Nachfolger wurde Jochen Bohl am 26. Juni 2004 in der Dresdner Kreuzkirche eingeführt.

Die Kindheit von Volker Kreß in Dresden war vom Krieg und seinen Auswirkungen in der Familie geprägt, bis hin zum eigenen Erleben der schrecklichen Bombennacht in Dresden. Seine Entscheidung für das Theologiestudium war über die Liebe zur Musik und über das Erleben der Frömmigkeit im Erzgebirge gewachsen. So wurde er Theologe mit Leib und Seele, mit allen seinen Kräften und Gaben. Seit seinem Ruhestand vor fünf Jahren predigt Landesbischof i.R. Kreß regelmäßig in der Kirche des kleinen Ortes Maxen bei Pirna, wo er kurz nach dem Krieg evakuiert war.

  • Kreß, Volker: „Wenn der Herr nicht das Haus baut… Frauenkirchen-Predigten“. Evangelische Verlagsanstalt GmbH Leipzig 2005
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